Escursioni di arte San Martino in Ronco sopra Ascona
Route San Martino in Ronco sopra Ascona: Ronco s/ Ascona - S.Martino - S. Maria delle Grazie - Fontana Martina - Crodolo
Schweiz: Ascona - Locarno e dintorni
Ronco sopra Ascona, hoch über dem Lago Maggiore (350 m ü.M.) bietet einen unvergleichlichen Blick auf den See, die Brissago-Inseln und die umliegenden Berge. Ein bevorzugter Aussichtspunkt ist der freie Platz hinter der Kirche San Martino. Hier beginnen auch schöne Wege, um Ronco und das Hügelgebiet zu entdecken.
Das Dorf ist der Geburtsort von Antonio Ciseri (Ronco 1821- Florenz 1891), der als einer der namhaftesten Vertreter der religiösen Malerei Italiens im 19. Jahrhundert betrachtet wird: Gegenüber der Kirche, in der eines seiner wertvollen Gemälde aufbewahrt wird, steht das Geburtshaus von Antonio Ciseri, heute eine Kunstgalerie. Schöner Hof, einige mit Fresken geschmückte Räume.
Das 1712 gebaute Oratorium Santa Maria delle Grazie, auf der andern Seite der Strasse, birgt ein Bild der Madonna mit Kind aus dem 16. Jahrhundert.
Ronco war in alten Zeiten ein Dorf von Bauern, Winzern und Emigranten, es wurde schon 1264 als «Roncho de Schona» erwähnt. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Rolle als «landwirtschaftliche Reserve» von Ascona.
Heute ist Ronco ein beliebter Ferienort und Wahlheimat etlicher Künstler, die hier ihre Ruhe suchen und das rustikale Dorfbild zu schätzen wissen. Dicht aneinander gereihte Häuser säumen die schmalen Gassen. Treppenaufgänge und schöne Höfe vervollständigen den malerischen Eindruck.
Vom Ende der Via Ciseri geht der Panoramaweg der «Grusna» aus. In Bona Femina angelangt, folgen wir der Asphaltstrasse, die zum Ortsteil Fontana Martina, der bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts bewohnt war und dann aufgegeben wurde. 1923 hat Fritz Jordi, ein junger Berner Schriftsteller einige Rustici gekauft, mit der Absicht, sie instand zu setzen und eine bäuerliche Gemeinschaft zu gründen.
1931/32 gab er die Halbmonatsschrift «Fontana Martina» heraus, die sich mit sozialen, ökologischen und künstlerischen Themen befasste.
Man kann die Wanderung auf dem Weg fortsetzen, der nach Crodolo hinunter führt. Bei der Elektritätszentrale gelangt man auf die Kantonsstrasse; Haltestelle der Buslinie.
Sehenswürdigkeiten:
San Martino
Die Kirche San Martino steht am Rande des alten Dorfzentrums, auf einer Terrasse mit Blick auf den Lago Maggiore .
Der Ursprung des Gotteshauses kann nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden; die Überlieferung will, dass es im Dorf ein kleines Kloster gegeben hat, dem die Kirche angegliedert war.
Die ältesten Teile des jetzigen Baus gehen auf das 15. Jahrhundert zurück, wurden jedoch durch spätere Eingriffe völlig verändert. Die Kirche wurde erhöht, der Chor und die Fresken erneuert, neue Seitenaltäre errichtet. Der Bau des schönen Glockenturms, vielleicht nach einem Projekt von Giovanni Beretta aus Brissago, der viele kirchliche Bauten am Verbano geplant hat, wurde 1563 beendet, doch der achteckige Dachaufsatz konnte erst 1860 angebracht werden.
Nördlich der Kirche befindet sich das Oratorium San Rocco (17. Jh.) das heute als Versammlungsraum dient. Die Treppe auf der Südseite führt zum Tor des Gartens, der das Pfarrhaus umgibt, und das Belvedere mit dem riesigen Rosskastanienbaum.
Der Fassade aus dem 18. Jahrhundert ist ein auf Pfeilern ruhender Portikus vorgelagert .
Der Kirchenraum ist mit Fresken, Stuckaturen und Einlegearbeiten verziert . Die drei Seitenaltäre sind der Schmerzensmutter, dem Rosenkranz und dem heiligen Rochus gewidmet. Der erste Altar, gegen Ende des 18. Jahrhunderts errichtet, weist eine Darstellung der Grablegung Christi und eine Holzstatue der Jungfrau Maria auf. Der zweite Altar ist aus Marmor und mit einer Madonna des 18. Jahrhunderts geschmückt. In der Nähe des Chors befindet sich der Altar mit einer Statue des heiligen Rochus (1714), der als Retter vor der Pest angerufen wird. Die Freskenfragmente stellen Petrus und Paulus dar und sind gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstanden. Der Altar ist mit Einlegearbeiten aus der Werkstatt der Pancaldi von Ascona verziert.
Ähnliche Werke, ausgeführt von Giuseppe Maria Pancaldi und seinem Sohn Carlo Giuseppe (18. Jh.) sieht man in vielen Tessiner Kirchen.
Die Scagliola-Technik verwendet armes Material (vor allem Gips, Leim und Farben), die so verarbeitet werden, dass sie weitaus kostbareren Werkstoffen, zum Beispiel Marmor, ähnlich sehen. Das Ergebnis ist sehr dekorativ und besticht durch die lebhaften Farben. In der Barockzeit war dieses Kunsthandwerk auch in der italienischen Schweiz stark verbreitet. Der Kirchenpatron Sankt Martin taucht in den Stuckaturen des Chorgewölbes auf, die aus seinem Leben erzählen. Auch das Altarbild von Antonio Ciseri (1870), das den schönen Marmoraltar aus dem 18. Jahrhundert ziert, ist dem heiligen Martin gewidmet. Im Chor sind Fragmente früherer Malereien zu entdecken, darunter einige Apostel und bemerkenswerte Monatsbilder aus den Jahren 1491-92, von denen einige allerdings nicht mehr gut leserlich erscheinen. Die Bilder an der Südwand sind wiederum vom in der Region unermüdlich tätigen Antonio da Tradate.
Einigermassen deutlich erkennbar sind der Monat Juli (Mähen des Korns) , August in der Gestalt eines Kranken, Oktober und November (Einsammeln der Kastanien und des Laubs) und Dezember Hausmetzgete, auf der genüberliegenden Seite bläst der März ins Horn.
Der Einfluss der Emigration in die Toskana, wo die Männer einiger Familien aus Ronco über Generationen hinweg als Gipser, Dekorateure und Anstreicher tätig waren, lässt sich auch von den Fresken ablesen. Das in Lucca verehrte Volto Santo, die Rose von Viterbo, die Verkündigung werden häufig als Motive gewählt. Die Balustrade des Hochaltars wurde von Emigranten in Viterbo (1685) gestiftet, vielleicht ist auch das schöne Gemälde der Madonna mit den Heiligen Rochus und Sebastian aus Florenz eine solche Gabe.
An der rechten Wand das Fragment einer spätgotischen Freske mit den Heiligen Defendente und Rochus sowie ein Gemälde von Antonio Ciseri, das den heiligen Abt Antonius darstellt. Der Altar ist mit reichen Dekorationen versehen.
In der Kirche von Ronco sind auch Eingriffe des 20. Jahrhunderts zu erkennen: links vom Eingang einige Fresken von Richard Seewald aus dem Jahr 1949, die den Hintergrund des Taufbeckens bilden.
Casa Ciseri
Haus und Familienmuseum der gleichnamigen Künstler. Der Ursprung geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Das Haus steht gegenüber der Kirche San Martino und war der Wohnsitz des Malers Antonio Ciseri, bevor er sich in Florenz niedergelassen hat. Schöner Hof. Einige Räume sind mit Fresken geschmückt. Heute Kunstgalerie und Kunsthandwerk.
Oratorium Santa Maria delle Grazie
erbaut im Jahre 1712. An einem kleinen Platz bei der Pfarrkirche, einige Fresken und Votivbilder.
Ortszentrum von Ronco
mit einem Gewirr von engen, verwinkelten Gassen, alten Toren und malerischen Höfen. Marienkapelle, mit einem Fresko der Schmerzensmutter, am Panoramaweg, der nach Grusna führt.
Fontana Martina
gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlassener Ortsteil, in den Zwanzigerjahren Gegenstand eines Projekts zur Bildung einer genossenschaftlich verwalteten bäuerlichen Siedlung.
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